Unterschiede zwischen französischem und argentinischem Malbec

Frankreich und Argentinien haben nichts gemeinsam? Weit gefehlt! Denn Malbec (die Betonung liegt auf dem „e“ [Malbéc]) ist und bleibt in seinen Ursprüngen eine französische Traube. Ihre Wiege liegt im Südwesten Frankreichs, in der kleinen Stadt Cahors. Wie um alles in der Welt ist die Malbec-Traube zum Aushängeschild argentinischen Weinbaus geworden?

Malbec kurz vor dem Untergang

Wenn man es genau nimmt, hat der argentinische Boden und das Klima der Anden die Malbec-Rebe vor dem Aussterben bewahrt. Was der Traube in Frankreich zum Verhängnis wurde, hat ihr in Südamerika zu Ruhm und Ehre verholfen: die Seefahrerei. Aus der neuen Welt hielten nämlich nicht nur amerikanische Rebsorten Einzug in die alte Welt, sondern auch die Reblaus, die sich in den Wurzeln der Pflanze versteckt hielt. Diese hat der Malbec-Traube in Frankreich beinahe völlig den Garaus gemacht. Der Seefahrerei ist es jedoch auch zu verdanken, dass die Malbec-Traube ungefähr um dieselbe Zeit, nämlich um das Jahr 1845 herum, nach Südamerika verfrachtet wurde und dort prächtig gedieh. Licht und Schattenseiten der Globalisierung eben.

 

Terroir und sein Einfluss

Doch weshalb unterscheidet sich französischer Malbec geschmacklich so stark von argentinischem Malbec, wenn es sich doch um ein und dieselbe Rebsorte handelt? Die Malbec-Traube ist ein ausgezeichnetes Beispiel für die Bedeutung von Terroir. Hinter diesem Begriff verbergen sich alle regionalen Faktoren, die Einfluss auf den Geschmack eines Weines haben, wie z.B. Sonne, Bodenbeschaffenheit, Klima, Höhen- oder Hanglage, aber auch die Tradition und Philosophie des jeweiligen Weinguts etc. Malbec besitzt eine extrem dünne Haut, die sie anfällig für Frost, Fäulnis und Schädlinge macht. Zwar gibt es immer wieder Experten, die behaupten, der Wein werde im Keller und nicht auf dem Felde gemacht, beim Malbec zeigt sich jedoch deutlich, wie abhängig so manche Traube von idealen Witterungsbedingungen ist.

Tannine vs. Fruchtaromen

Zurück aber zu den geschmacklichen Unterschieden. In den kalkhaltigen Böden der Cahors-Region entwickelt Malbec einen sehr hohen Tannin-Gehalt, was auf den starken Calcium-Anteil im Kalk zurückzuführen ist. In Argentinien profitiert die empfindliche Rebsorte nicht nur von den zahlreichen Sonnenstunden, sondern auch von der hohen Trockenheit und den starken Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Die Sonne verleiht den Weinen ausgeprägte Fruchtaromen. So erscheinen Malbec-Weine aus Frankreich eher säuerlich und tanninreich und erinnern deswegen oft an Leder, während argentinische Malbecs mit jeder Menge Fruchtaromen (Pflaume und dunkle Kirsche) und einer samtigen Struktur aufwarten. Zudem haben argentinische Malbecs in den meisten Fällen einen höheren Alkoholgehalt als französischer Malbec. Der weite Weg von Cahors nach Argentinien war die Mühen also wert und so aalt sich der Malbec weiter in der argentinischen Sonne.

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