Seit der Zeit der spanischen Konquistadoren, der Eroberer, die im 16. und 17 Jahrhundert große Teile von Nord- und Südamerika in Besitz nahmen, wird in Argentinien Weinbau betrieben. Weine werden hier hauptsächlichvor allem in den Provinzen Mendoza, La Rioja und Salta angebaut.

Den Inkas sei Dank

Die ersten europäischen Siedler aus Spanien und Portugal legten direkt los, doch nur durch die Vorarbeit der Inka konnte in Argentinien erfolgreich Wein angebaut werden. In Argentinien herrscht arides Klima, d.h. dass die potentielle Verdunstung den Niederschlag übersteigt und damit auch eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit vorhanden ist.
Den Inkas ist es zu verdanken, dass durch deren Bewässerungssystem der steppenhafte trockene Boden nutzbar gemacht werden konnte. Zunächst bewässerte man die Rebflächen mit Schmelzwasser der Anden durch in die Weinberge gebaute Kanäle.

Die heutigen qualitätsorientierten Betriebe stellten das System dann auf dosierte Tröpfchenbewässerung um. Daneben existiert weiterhin die sogenannte Furchenbewässerung, durch die Wasser in Furchen zwischen die Rebzellen eingeleitet wird. Dadurch, dass in vielen argentinischen Weinbaugebieten so gut wie kein Regen fällt, wird die Bewässerung der Rebflächen beinahe vollständig fremdkontrolliert. Ein Segen für den Weinbauer.

Parrales wohin das Auge blickt

Was im Vergleich zu unserer Weinbaukultur noch viel mehr ins Auge sticht als die Bewässerung, ist die Tatsache, dass auf vielen Rebflächen die Trauben in luftiger Höhe wachsen und man tatsächlich den Kopf in den Nacken legen muss, um sie zu begutachten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts führten italienische Einwanderer das hohe Erziehungssystem, die Parral-Kultur, ein. Treibe und Trauben befinden sich hierbei auf einem horizontalen Drahtnetz in zwei Meter Höhe. Das Ganze sieht dann aus wie ein gigantisches Spalier oder eine riesenhafte Weinlaube.

Vorteile der luftigen Höhe

Als Vorteile der Parral-Erziehung gelten die Möglichkeit einer mechanischen Lese durch Vollernter, bedingt durch die breiten Rebzeilen. Außerdem kann Unkraut leichter beseitigt werden. Das Beste an dieser Anbauweise ist jedoch, dass die Zeilen gut belüftet werden und die Trauben gleichzeitig Schutz vor Sonnenbrand, Frost und Hitze erhalten, da sich ein schützendes Blätterdach über sie legt.

Wie sehr so eine Ernte von Hand in die Arme geht, mag man sich besser gar nicht vorstellen.

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