Der Deutsche und seine (Grill-)Saucen

Fleisch garniert man hierzulande mit allerhand Grillsaucen: Wurst mit Ketchup, Senf oder gar Majo, Hüftsteak in Marinade, mit Kräuterbutter oder Quark, Hühnchen-Spieß mit Mango-Curry-Sauce, Schweine-Steak mit Hot Chili, BBQ oder Tzatziki. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!
In Argentinien ist man sich (zumindest in dieser Hinsicht) etwas einiger: Chimichurri darf bei einem ordentlichen Asado nicht fehlen und hat eine lange Tradition. Dabei kann man mit der würzigen Sauce sowohl sein Steak einpinseln, als auch Bratwurst mit ihr toppen.

Woher die Bezeichnung „Chimichurri“ stammt, ist und bleibt ein Mysterium und für welche der drei geläufigsten Varianten man sich entscheidet, ist wie des Deutschen Grillsauce eine Frage des Geschmacks.

Dem Chimichurri auf der Spur

Theorie Nr. 1: Im 19. Jahrhundert machte sich der irische Einwanderer James McCurry in Argentinien im wahrsten Sinne des Wortes einen Namen bei dem Versuch, die Herstellung seiner geliebten Worcestershire-Sauce zu beschreiben. Die Kurzform und die argentinische Aussprache seines Vornamens Jimmy [Schimi] und seines Nachnamens [Curri] wurde kurzum für die Sauce verwendet, die durch die Zubereitung mit einheimischen Gewürzen entstand.

Theorie Nr. 2: Britischen Einwanderern sagt man nach, dass sie beim Kochen ihre einheimischen Helfer in einem Kauderwelsch aus lokalen und eigenen Wörtern um das Gewürz oder die Sauce baten, indem sie „che-mi-curry“ oder „give-mi-curry“ (hey, her mit der sauce/dem gewürz) sagten.

Theorie Nr. 3: Die unspannendeste, aber plausibelste Variante hat zum Inhalt, dass sich unser Chimi aus dem baskischen Wort „Tximitxurri“ ableitet, was so viel wie „bunte Mischung“ bedeutet. Und genau das ist es ja auch.

Die „genaue“ Zubereitung von Chimichurri

Ich verzichte an dieser Stelle auf die Präsentation einer genauen Anleitung, da es DAS Rezept für Chimichurri einfach nicht gibt. An den genauen Zutaten und Mengenangaben scheiden sich die Geister. Manch einer hütet ein altes Familienrezept, andere werfen einfach Pi mal Daumen alles zusammen, was das Gewürzregal hergibt. Mal ist das Chimichurri grünlich, dann wieder rot. Hier ist es flüssiger, da pastenartig. Das hat auch etwas Reizvolles und man kann im Grund nicht wirklich etwas falsch machen, sondern durch viel Ausprobieren einfach sein eigenes Lieblings-Chimi brauen.

Hier jedoch eine kleine Liste dessen, was vorsichtig als die Grundzutaten bezeichnet werden darf:

  •  ein halbes Bund glatte Petersilie (aromatischer als krause Petersilie)
  •  zwei Knoblauchzehen 
  •  ein halber Teelöffel Salz
  •  eine Prise Pfeffer
  •  ein Teelöffel gemahlener Paprika, süß
  •  ein Teelöffel gemahlener Paprika, rosenscharf, oder Chili
  •  ein Teelöffel Oregano
  •  ca. 100 ml Speiseöl (Olivenöl ist für Chimi eher unüblich)
  •  ein Esslöffel Weinessig
  •  Saft einer halben Zitrone

Wie du die Zutaten zu Chimi verarbeitest, siehst du in unserem Video. Im Gegensatz zu Gonzalo häksel ich die Petersilie allerdings nicht von Hand, sondern überlasse das unserem Pürierstab. Bei uns wird die Sauce immer etwas rötlich, da wir etwas mehr Paprika verwenden. Außerdem mögen wir sie flüssiger, sodass man sie quasi auf’s Fleisch draufpinseln kann. Wir nehmen auch nicht so viel Essig, sondern setzen mehr auf Zitronensaft. In jedem Fall sollte die Mischung vor dem Verzehr eine Nacht im Kühlschrank ruhen, damit die Kräuter ihren Geschmack an das Öl abgeben können. Ein wirklich guter Tipp ist auch die Zubereitung in einem etwas höheren Glas mit Schraubverschluss (siehe Video). So kannst du deine fertige Mischung kräftig durchschütteln und die Gewürze geben ihr Aroma besser ab. Außerdem kannst du den Behälter locker zwei bis drei Wochen im Kühlschrank stehenlassen und dich nach Bedarf daraus bedienen, falls nicht nach dem ersten Grillabend schon alles weg ist.

Wenn du noch einen extra coolen Tipp zur Zubereitung hast, dann her damit! Und wohl bekomm’s!

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