Bonarda ist schwer im Kommen. Das sehen nicht nur wir so, sondern auch meine Weinikone Madeline Puckette auf Winefolly. Doch was genau steckt hinter dieser aufstrebenden Rebsorte?

Eine „schwierige“ Traube

Bonarda ist kein leicht zu erziehendes Kind. Bei ihrem Anbau stößt man auf zwei Probleme:

– die dünne Haut der Traube und
– der unglaublich lahme Wachstumszyklus.

 

Durch ihre empfindliche „Verpackung“ benötigt die Bonarda-Traube also einen besonderen Schutz vor der Sonne sowie eine vermehrte Belüftung zur Vermeidung von Schimmel. Dazu wird die Rebsorte in Argentinien traditionell in einem hohen Erziehungssystem, der sogenannten Parral-Kultur, angebaut, was ihr super in dem kleinen Video erkennen könnt.

Durch den langen Wachstumszyklus wird die Bonarda meist als Letzte geerntet, meist kurz vor Einbrechen des ersten Frostes. In der Provinz La Rioja gedeiht sie deswegen besonders gut, da die beständig langen Trockenperioden im Sommer und Herbst unserem Champion die nötige Zeit einräumen, um vollends auszureifen. Ihre markante Säure erhalten Bonarda-Weine übrigens durch den starken Temperaturunterschied in den relativ kühlen Nächte.

Sag mir, wie du heißt, und ich sag dir, woher du kommst

Leider ist der Name unserer „kleinen Schwarzen“ im Hinblick auf ihre Herkunft ein falscher Freund. DNA-Tests haben eindeutig gezeigt, dass die Bonarda eben nicht von der italienischen „Bonarda Piemontese“ abstammt, sondern in Wahrheit eine französische Traube ist. Ihre Urahnin nennt sich „Douce Noir“ und stammt aus dem Ort Savoie. Genetisch identisch ist sie übrigens auch mit der im Napa-Valley angebauten Charbono-Traube.

 Geschmacksheld Bonarda

 

Bonarda-Weine enthalten erstaunlich viele Fruchtnoten. Ganz deutlich schmeckt man dabei rote Früchte wie Kirschen und Beeren heraus. Außerdem erinnern die Aromen an Pflaumen-Kompott. Das ist es jedoch längst noch nicht gewesen. Eine kleine Auszeit im Barrique beschert unseren Bonardas nämlich auch feine Schokoladen- und Tabakaromen. Dadurch, dass Bonarda weniger Tannine als Malbec enthält, kommt der Wein nicht ganz so „eichig“ rüber, sondern bleibt eher durch seine fruchtige Säure und die Würze im Gedächtnis haften. 

Genau aus diesem Grund sind Bonarda-Weine im Hinblick auf das Food-Pairing wahre Allrounder und passen sowohl zu Fleisch- als auch zu fetten Fischgerichten. Selbstverständlich ist Bonarda auch ein ausgezeichneter Begleiter zu Pasta- und Pizzagerichten und wer es exotisch süß-sauer mag, kommt mit diesem Wein ebenfalls voll auf seine Kosten.

Hidden Champion

Lange Zeit wurde unsere liebe Bonarda lediglich zum Verschnitt von Weinen genutzt. Mittlerweile schwingen sich jedoch immer mehr sortenreine Bonarda-Weine durch innovative Produktionstechniken zur absoluten Höchstform auf.

Bei uns erhältst du diesen Spitzenwein, falls du ihn noch gar nicht kennst oder er dich schon in seinen Bann gezogen hat. Hast du schon Bonarda-Erfahrung? Dann teile sie mit uns! ¡Salud!

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